Vom 14.05. bis zum 17.05. ging es traditionell über das verlängerte Wochenende um Christi Himmelfahrt zum Bodenseetraining nach Kressbronn am Bodensee. Unsere Erwartung, dass es das ganze Wochenende über viel regnen würde, wurde erfreulicherweise nicht erfüllt. Im Gegenteil: Wir bekamen nur wenige Regenschauer ab und der Sonntag war sogar sehr sonnig.

Donnerstag – Anreise & erster Segeltag

Das Orga-Team war bereits einen Tag früher angereist, hatte alle Lebensmittel eingekauft und die Zelte auf dem Jugendzeltplatz aufgebaut. Dank dieser tollen Vorbereitung konnten wir am Donnerstagnachmittag bereits zum ersten Mal mit unseren acht Scholtz 22, die jeweils mit vier Leuten besetzt waren, aus dem Hafen fahren. Die Scholtz haben sich als sehr geeignete Boote erwiesen und auch Joschi musste zugeben, dass sie sich besser segeln lassen, als er zunächst geglaubt hatte.

Am ersten Abend stellte uns unser Special Guest Joschi einen inspirierenden Vortrag über gute Mannschaftsführung, tolle Segelevents und die Grundzüge der Wettfahrregeln vor. Versorgt wurden wir dabei von der Kopmann'schen Küche: Kartoffelgratin zur Begrüßung bei der Ankunft, abends Nudeln mit Linsenbolo.

Freitag – Gennaker & Regeln

Am Donnerstag und Freitagvormittag übte zunächst jedes Boot für sich den Umgang mit dem Gennaker. Ab Freitagnachmittag konnten die Manöver dann mithilfe der mitgebrachten Bojen und des gesetzten Trainingskurses erprobt und die Techniken verfeinert werden. So wurden auch gleich auf dem Wasser Wettkampfsituationen an den Tonnen geübt. Es gab immer mal wieder ein Boot, meistens Boot 9, das sich verfuhr und auch sonst abseits der Trainingszeiten über den See düste.

Am Abend vertiefte Leon das Thema vom Vortag und erklärte den Regattastart noch einmal genauer. Spontan wurde auch eine Vorfahrtssituation mithilfe des Regelspiels nachgestellt, die an diesem Tag für eine lange Diskussion sorgte. (*Anmerkung der Redaktion: Boot 9 hatte Recht.) Auf dem Speiseplan standen Gemüsecurry mit Reis sowie schmackhafter Schokopudding.

Wir haben uns jeden Abend auch sehr über den Besuch der Montfort-Cup-Crew gefreut, die den Abend mit uns verbrachte, uns mit spannenden Geschichten über die parallel stattfindende Regatta versorgte und uns unter anderem die Trimmmöglichkeiten der im Vergleich zu den Scholtz etwas sportlicheren J/70 erläuterte. Zu unserem Bedauern hatte die Crew allerdings mit ihrem Fockfall nicht besonders viel Glück, konnte sich aber trotzdem einen tollen 6. Platz ersegeln.

Samstag – Segeln, Eurovision & Sabotagen

Am Samstag wurden wieder Kurse gelegt, die wir absegeln konnten. Morgens gab es vor allem leichten Wind, der gegen Nachmittag auffrischte. Aus unserer Sicht war es wieder ein sehr gelungener Trainingstag auf dem Wasser. Als Verpflegung gab es Käsespätzle mit viel Kääääse und Zwiebeln.

Ein besonderer Teamerfolg war das 30-fache Jonglieren eines Fußballs, den wir aufgrund mangelnder Skills regelmäßig auf das Hausdach geschossen haben.

Beim Samstagabendprogramm ging es nicht ums Segeln – stattdessen schauten wir das Finale des Eurovision Song Contest. Doro versorgte uns dabei mit spannenden Details zu diesem Event und den teilnehmenden Bands.

Und auch ein bisschen neckischer Schabernack musste über die Trainingstage sein: Nachdem ein aus dem Hafenbecken geretteter Fender versteckt und fälschlicherweise als geklaut angesehen wurde, entwickelte sich eine Spirale aus kleineren und größeren Sabotagen.

Nächtlicher Rettungseinsatz

Mit besonders unehrenhaften Absichten schlich sich eine kleine Gruppe, bestehend aus Crewmitgliedern von Boot 9 und 6, in der letzten Nacht um 1 Uhr in den Hafen, um die Boote des jeweils anderen Teams zu sabotieren. Kurzerhand wurde daraus dann ein Rettungseinsatz, bei dem mithilfe einer der Scholtz ein Fender, der vereinsamt und hilflos im großen Hafenbecken trieb, sicher gerettet und versorgt wurde. Der nächtliche Ausflug konnte als voller Erfolg erklärt werden.

Sonntag – Wettfahrten & Abschluss

In einem letzten Akt dieses spannungsgeladenen Kleinkriegs wurde unserem Feinschmecker frittierter Kartoffelscheiben Timo G. eine Packung Chips in die Mitte des Großsegels getaped, sodass er am Sonntag beim Setzen mit dieser Köstlichkeit versorgt wurde und alle involvierten ASK'ler*innen zufrieden und besänftigt auf die letzten Nächte der Sabotagen zurückblicken konnten. Im Großsegel von Boot 9 ist dann auch der letzte Fender aufgetaucht, der keine ganz so große Kulinarik wie die Kartoffelspezialitäten verspricht.

Am letzten Segeltag wurden insgesamt fünf Wettfahrten von ASK-Regattasegler Jens als Wettfahrtleiter ausgerichtet. Unter vollem Einsatz wurden von ihm Schallsignale getrötet, die Fahnensignale gesetzt und gleichzeitig das Wettfahrtboot gesteuert. Ihm gilt an dieser Stelle ein besonderer Dank für dieses Engagement. Bei den Rennen konnten alle Crews ihre Erfahrungen und Learnings unter realen Regattabedingungen anwenden und gerieten in emotionsgeladene Vorfahrtssituationen.

Endergebnis (Low-Point) nach fünf Wettfahrten unter Berücksichtigung eines Streichers:

  1. Scholtz 4 Jakob (5)
  2. Scholtz 9 Alexandra (8)
  3. Scholtz 5 Kim (11)
  4. Scholtz 3 Jona (13)
  5. Scholtz 6 Timo / Scholtz 8 Mireille (21)
  6. Scholtz 7 Marc (25)

Insgesamt hat das Orga-Team ein super Event auf die Beine gestellt, für das wir uns vielmals bedanken möchten.

An alle ASK'ler*innen: Es lohnt sich, zum Bodenseetraining zu kommen!

Datum: 14.05.26 - 17.05.26
Revier: Bodensee
Skipper: Timo G., Jona, Jakob, Kim, Timo R., Mireille, Alexandra, Marc
Boot: Schlotz 22
Crewstärke: 4
Starthafen: Ultramarin Kressbronn
Typ: Up & Down
Klasse: Einsteiger
Projektleiter: Andreas, Christoph, Doro, Jakob und Jens
Bericht: Boot 9 (Alexandra, Leon, Elisabeth, Kilian)