Neues von den Microcupperseglern

Im letzten Bericht haben wir die „Micro“ vorgestellt: Eine international wenig bekannte, aber dennoch interessante und sportliche Kielyacht. Das Boot hat alles, was man auf einer Yacht kennt, allerdings in „Microausführung“. Wie beschrieben, sind die Boote zwischen einem Jollenkreuzer und einem klassischen Kielschiff mit Ballastkiel einzuordnen, aber auch das Jollengefühl kommt nicht zu kurz. Die Yacht kann sowohl zu zweit, zu dritt oder zu viert gesegelt werden, und die maximalen Rumpfabmessungen sind in der „Box Rule“ festgelegt, so dass viele konstruktive Freiheiten bei der Auslegung der Yachten bestehen. Sie hat eine Rumpflänge von 5,50 m, ist 2,45 m breit und hat einen Tiefgang mit einem Hubkiel von 0,30/1,10 m. Sie wiegt zwischen 450 kg (Proto) und 650 kg (Cruiser). Mit einer Amwindsegelfläche von knapp 19 m2 sowie einem Spi, der rund 20 m2 misst, wird die Beherrschung dieses Bootes für die Crew über 4 Bft zur sportlichen Veranstaltung, denn mit einer Segeltragezahl von knapp 6 (Segelfläche im Verhältnis zum Gewicht) gehört die Micro mit zu den schnellsten Kajütbooten, die es auf dem deutschen Markt in der Größenkategorie bis 7 Meter zu kaufen gibt.
Friedbert und Ole sind als Eigner immer wieder interessiert Vereinsmitglieder auf Regatten mitzunehmen.

Das Regattajahr 2025 verlief für uns diesmal durchwachsen, mit einer Ausnahme: Diesmal war die WM in Gdingen an der polnischen Ostsee.

Das Jahr begann recht vielversprechen mit einem 6. Platz bei der German Open Ende April in Zülpich in der Nähe von Euskirchen. Im Mai ersegelten wir unterstützt durch Ben Böhringer den 4. Platz von 18 Startern in unserer Yardstick Gruppe bei der 56. Chiemsee Rund. Der 25. Platz in der Gesamtplatzierung von 87 Startern hört sich ordentlich an, aber wir mussten leider bei unserer ersten Teilnahme an dieser Regatta feststellen, dass es auch im Chiemsee Strömung gibt, insbesondere bei wenig Wind, die die Rundung der Wendetonne am östlichen Teil des Chiemsee etwas anspruchsvoll macht.

Ein absolutes Highlight war die WM vor Gdingen an der Ostsee. Leider war der Termin für unsere Kollegen aus Italien, Frankreich, Österreich und Holland Anfang Juli äußerst schlecht gewählt, sodass die Anzahl der Teilnehmer im Vergleich der Jahre zuvor gering ausfiel. Neben den dominanten Polen, waren diesmal nur Argentinier, Franzosen und deutsche Crews mit dabei. Die Polen haben die Veranstaltung professionell und hochklassig durchgeführt. Im Rahmen der Gdynia Sailing Week, die der der Kieler Woche ähnelt, war ordentlich etwas geboten. Diesmal hatten wir erneut Ralf Seeland mit an Bord, da es auf dem Meer vorgeschrieben ist, mit drei Crewmitglieder zu segeln. Und wir bekamen vollbepackte Regattawettfahrten geboten. Es folgten an fünf Tagen 12 Regatten, einschließlich einer Langstrecke, die uns knapp vor Danzig führte. War der Wind anfangs noch moderat, so nahm dieser von Tag zu Tag zu, um am Ende mit durchgängig 5 bis 6 Bft, in Böen bis zu 7 Bft. zu wehen. Für uns Binnensegler, die mit der Micro ab 4 Bft. bereits Schwierigkeiten haben das Boot vollumfänglich zu beherrschen, waren diese Windstärken mit einer Welle von teilweise über einem Meter auf dieser kleinen Yacht eindeutig über unserer Erfahrungsgrenze. Wir wußten gar nicht, dass das Boot über so weite Strecken surfen kann, Geschwindigkeiten über 10 Knoten mit der Micro war Neuland für uns.

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Zwei Kenterungen, die überstanden wurden, indem Ole sich wieder an Bord gezogen hat, wurde mit Fotos festgehalten.

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Auf der letzten Wettfahrt kam ein Frontdurchgang, bei dem eigentlich jeder Segler sich fragt, warum er noch auf dem Wasser bleibt. Aber WM ist WM und alle Teilnehmer starten. Wenn bei solchen Wettfahrten nur einzeln Vollprofis am Ende den Spi ziehen, dann weiß jeder, dass auch bei den anderen das Limit erreicht ist.

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Am Ende stand bei uns der 12. Platz zu Buche, immerhin waren wir die besten Deutschen, was uns auch in der deutschen Rangliste nach vorne auf den dritten Platz brachte.

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Bei unserer zehnten Teilnahme an der Zweihand Rund Um auf dem Bodensee im August reisten wir als Titelverteidiger der kleinsten Yardstickgruppe an, und wir wollten erneut eine solche schöne Trophäe mit heimnehmen. Beim Start vor Bregenz früh morgens, entschieden wir uns für die deutsche Seite. Als kleinste Yacht, kann man eigentlich nur links oder rechts starten, sonst wird man von den großen in der Windabdeckung nach hinten durchgereicht. Wie es sich herausstellte, war es die falsche Seite und wir mussten das Feld von hinten aufrollen. Diesmal wurde das gesamte Feld um die Wendetonne vor Immenstaad geleitet, und wir kamen verspätet dort an. In der Annahme durch einen Spikurs wieder ins Feld zu segeln, mussten wir leider feststellen, dass der der Wind entgegen allen Wetterberichten auf Südost drehte, und wir mussten Richtung Bregenz meist kreuzen. Das Bodenseewetter ist immer eine Wundertüte. Vor Langenargen entschiedenen in die Seemitte, da vor uns liegende Boote scheinbar Wind hatten. Im Nachgang erfuhren wir, dass diese unter Segel motorten, weil dies aufgegeben hatten. Am Ende segelten wir nachts vor dem Hafen Bregenz bei Feuerwerk des Seefestes durchs Ziel, auch das war eine Erfahrung. Unsere anfängliche Enttäuschung änderte sich erst am nächsten Tag zur Siegerehrung. Obwohl wir für unsere Verhältnisse so schlecht segelten, belegten wir den zweiten Platz von 9 in unserer Gruppe und den 7. Von 42 Startern.

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Durch einen 5. Platz von 12 Startern auf der Hochheim Regatta auf dem Main schlossen wir das Regattajahr Ende September ab.

Aufgrund unserer Teilnahme an der WM belegten wir den dritten Platz in der deutschen Rangliste.

Eine Fortsetzung folgt.

Crewmitglieder und ASKler waren bis dato: Ralf Seeland, Ben Böhringer, Dario Cardone, Astrid, Svea und Peer Kaspryk  

Datum: 01.12.25 - 01.12.25
Revier: Ostsee und Binnengewässer
Skipper: Friedbert und Ole
Boot: Microcupper Racer
Crewstärke: 2
Studentische Teilnehmer: 1
Typ: Up & Down
Beste ASK-Platzierung: 2
Projektleiter: Friedbert und Ole
Bericht: Ole und Friedbert