Was passiert, wenn ein passionierter Taucher mit dem Segeln beginnt?
Richtig – man fängt an, von all den Möglichkeiten zu träumen, die sich aus der Kombination von Segeln und Tauchen ergeben. Erst durch die Motivation eines ehemaligen ASK-Vorstandsmitglieds kam die Idee richtig ins Rollen, und wir planten den ersten Tauchertörn auf der Askew.
Der Plan war klar: Mit dem Segelboot zu den schönsten Tauchplätzen der Côte d’Azur segeln und dank eigenem Kompressor maximale Freiheit in der Tauch- und Segelplanung genießen.
Gesagt, getan – die Interessensbekundung ging online, und in kurzer Zeit hatten wir genug begeisterte ASKler zusammen. Es ging in die konkrete Planungsphase: Anreise mit dem Stadtmobil, Bootsübernahme in Antibes und eine Essensplanung, die so manchem Kulinariktörn Konkurrenz gemacht hätte.
Wir packten unser gesamtes Equipment – Tauchflaschen, Kompressor, Notfallequipment und alles, was wir sonst noch brauchten – und starteten in der Nacht von Freitag auf Samstag Richtung Süden. Am Vormittag erreichten wir Antibes, nahe Monaco. Einkaufen, Bootsübernahme und das sichere Verstauen der Ausrüstung waren zunächst eine Herausforderung, aber besser machbar als gedacht. Überraschenderweise bot die Askew genügend Stauraum für acht Tauchflaschen, sechs komplette Ausrüstungen, den Kompressor sowie Proviant und Segelausrüstung. Die erste Hürde war geschafft.
Dann ging es los – Ziel: Port Cros.
Der Wind war uns gnädig und ließ die Askew bei bis zu 20 Knoten Wind unter voller Besegelung elegant durchs Wasser gleiten. Unterwegs stoppten wir an verschiedenen Kaps und Buchten, auch an solchen, die nicht als offizielle Tauchspots eingetragen waren, und erkundeten die Unterwasserwelt. Ob morgens, tagsüber, nach dem Mittagessen oder bei Nacht – getaucht wurde immer dann, wenn es sich anbot. Unsere Route führte vorbei an Monaco und St. Tropez, doch wir suchten die Ruhe und Abgeschiedenheit statt des Trubels der Städte.
Kristallklares Wasser mit Sichtweiten von bis zu 30 Metern, angenehme 25 Grad Wassertemperatur, herrlichstes Wetter und besondere Unterwasserbegegnungen machten jeden Tauchgang einzigartig. Von Tauchanfängern, die von Tauchgang zu Tauchgang souveräner wurden, bis hin zu erfahrenen Tauchern, die immer selbstständiger agierten – alle Level waren vertreten. Jeder Tauchgang wurde individuell geplant und präzise durchgeführt.
Mit jedem Tag wuchs die Vorfreude auf den Nationalpark Port Cros. Die Insel und das umliegende Meeresschutzgebiet sind ein echtes Juwel des Mittelmeers – und wurden, wie erwartet, zum Höhepunkt der Reise.
Am frühen Mittwochmorgen setzten wir vom Festland bei Cap Blanc bei besten Windverhältnissen Kurs auf Port Cros. Kaum angekommen, wurden wir von der Küstenwache freundlich darauf hingewiesen, dass sich hinter der Insel ein militärisches Sperrgebiet befindet und eine vollständige Umrundung nicht möglich ist – genau das hatten wir ursprünglich geplant, um die Insel von allen Seiten zu erleben.
Also nahmen wir Kurs auf den Hafen und machten an einer der Bojen fest. Mit dem Dinghi ging es an Land, um die Park-Permit zu besorgen, einen Kaffee zu trinken und beim lokalen Tauchshop ein paar Tipps einzuholen. Rund zwei Stunden später starteten wir zu den ersten Tauchgängen – und wurden nicht enttäuscht. Steil abfallende Felsformationen, sandige Bereiche, große Fischschwärme und eine Unterwasserlandschaft, wie wir sie im Mittelmeer nur selten gesehen hatten.
Von da an lief alles im perfekten Rhythmus: Tauchen, Flaschen füllen – entweder an Bord mit dem Kompressor oder bei der Basis (meist kombiniert mit einem kühlen Erfrischungsgetränk) – kochen, ausruhen, schlafen … und wieder von vorne.
Eat – Sleep – Sail – Dive – Repeat.
Der Höhepunkt waren die Tauchgänge rund um La Gabinière, einen vorgelagerten Fels zwischen Port Cros und dem Militärsperrgebiet. Zackenbarsche in Schwärmen, bewachsene Felswände voller bunter Korallen und Schwämme, Faden- und Nacktschnecken in schillernden Farben, große Makrelen und unzählige kleine Barsche – einfach unvergleichlich.
Am Freitagmorgen und -mittag absolvierten wir unsere letzten beiden Tauchgänge, bevor wir wieder Richtung Festland und Zielhafen Le Lavandou aufbrachen.
Eine Woche, über 100 Seemeilen, 15 Tauchgänge im Mittelmeer und jede Menge Abenteuer dazwischen. Auch kulinarisch wurde Großes geleistet: selbstgebackenes Brot, frische Salate, reichhaltige Currys, Crème brûlée und sogar ein Geburtstagsküchlein. Insgesamt ein voller Erfolg, von dem wir alle noch lange gezehrt haben.
Der nächste Törn ist bereits in Planung.
Wenn du dabei sein möchtest, dann schreib uns und werde Teil der ASK Unterwasserbewegung.