Auch 2025 nahm die ASK wieder am alljährlichen Blue Cup im Saronischen Golf in der Nähe von Athen teil. Der Blue Cup ist eine einwöchige Veranstaltung mit 4 Renntagen und reichlich Abendunterhaltung. Von traditionellen Tänzen, über Gesang, umfangreichen Buffets und ausgefallenen Kostümen ist alles dabei. Daher bietet der Blue Cup eine optimale Mischung aus anspruchsvollem Wettsegeln und Urlaubsfeeling. Perfekt also für Regattaeinsteiger!
Der Blue Cup wird vom Vercharterer Dream Yacht Sailing auf dessen Booten veranstaltet. Dieses Jahr trat die ASK mit einer Crew auf der im vorherigen Jahr bewährten „Escape“, einer Oceanis 40.1 aus 2024, an. Mit ihr segelten wir gegen insgesamt 30, in unserer Klasse gegen 10 Boote an. Für unseren Skipper Leonard Welsch war es die erste Regatta in der Rolle des Skippers und auch die meisten der anderen Crewmitglieder waren noch neu im Regattasport.
Die Crewmitglieder reisten getrennt per Flugzeug nach Athen und trafen am späten Samstagnachmittag in Alimos Marina zusammen, um die Escape zu übernehmen und die nötigen Einkäufe zu erledigen. Nach einer Nacht im Hafen ging es dann, leider ohne Wind, Richtung Saronischen Golf. Da wir unterwegs wenigstens noch ein bisschen Manöver üben wollten, kamen wir erst bei Dunkelheit im Hafen von Epidaurus an. Hierzu muss man wissen, dass die Häfen auf den Inseln nicht unbedingt für 30 Boote + Katamarane der Regattaleitung ausgelegt sind und natürlich auch hier im Hafenbecken geankert wird. Da dies das erste Päckchenbauen unter Anker für die Crew war, wurde prompt die Leine eines Heckankers eines anderen Bootes mit dem Kiel gefangen. Merke: Ankerleinen gehen deutlich flacher ins Wasser als Ketten! Mit einem hilfreichen Tipp von unseren Bootsnachbarn und dem zügigen Einsatz des Dingis, konnten wir uns aber schnell und unbeschadet befreien. Für die restliche Woche waren wir nun bestens gerüstet und alle weiteren Manöver funktionierten einwandfrei. Am Abend fand die Eröffnungsveranstaltung mit Ansprache, Regelkunde, Buffet und (traditionellem) Tanz statt. Zunächst zögerlich, traute sich schließlich die ganze Crew auf den Dancefloor und mischte die Menge bei einem Mix von 80er bis 2010er auf. Selbstverständlich erklärte Dina, was ein Device ist, und dass es verboten ist.

Epidaurus
Am Montag sollte die erste Regatta stattfinden. Aufgrund mangelnden Windes musste die Strecke jedoch deutlich verkürzt und einige Zeit zum Start motort werden. Beim Start vor Aghios Gergios war trotzdem noch sehr leichter und wechselnder Wind. Damit konnte ein ausweichpflichtiges Boot leider nicht richtig umgehen, sodass wir ein Manöver des vorletzten Augenblicks einleiten mussten. Das andere Boot änderte dann doch seinen Kurs aber in dieselbe Richtung wie wir, sodass wir mit geringer Geschwindigkeit aneinander vorbeistreiften. Schäden gab es keine, das andere Boot akzeptierte unseren Protest und fuhr sich frei. Am Abend wurde der Vorfall unter den zwei Skippern mit etwas Bier aufgearbeitet. Den sabotierten Start kompensiert das aber leider nicht. Das mussten wir schon selbst wieder rausfahren, was auf der Kreuz mit auf 15 kn auffrischendem Wind auch gut gelang. Bis zur Luvtonne konnten wir wieder einen Großteil des Felds hinter uns lassen. Auf dem darauffolgenden Downwind Kurs bekamen wir dann eine Kostprobe davon, was sich die nächsten Tage immer wieder wiederholen sollte: gegen Nachmittag dreht der Wind um 180° mit etwa 30 Minuten totaler Flaute dazwischen. Gerade mit Wind von Achtern schiebt sich das ganze Feld wieder zusammen, sodass unser hart erkämpfter Vorsprung dahinschmolz. Das war zwar schlecht für unsere Platzierung, bescherte uns jedoch einen spektakulären Zieleinlauf, bei dem wir mit etwa 20 Booten gleichzeitig bei sehr böigen 15 kn Wind in die Düse westlich von Poros reinkreuzten. Die erste Wettfahrt schlossen wir mit einem soliden 4. Platz in unserer Gruppe ab. Angekommen im Hafen von Poros, genossen wir eine erholsame Dusche im örtlichen Badehaus und ließen den Abend mit Würfelspielen ausklingen.
Am Dienstag starteten wir bei etwa 8kn downwind von Porros nach Osten. Nach der Leetonne stellte der Wind wieder ab und wir mussten uns auf der Kreuz mit leichtem, thermischem Wind in Ufernähe begnügen. Nur welches Ufer? Auf der Nordseite gab es mehr Wind jedoch mussten wir früher oder später die Kolpos Idras überqueren, um zum Ziel bei Mandraki zu gelangen. Während die meisten Boote gleich nach Süden (Hydra) fuhren, blieben wir so lange wie möglich im Norden. Glücklicherweise stellte der Wind vor Hydra bald komplett ab, sodass wir uns Platz für Platz nach vorne arbeiten konnten. Schließlich mussten wir aber auch nach Süden in die Flaute reinfahren, wo wir dann auf das vordere Drittel des Felds trafen. Es wurde also nochmal richtig spannend bevor wir nach sechseinhalb Stunden mit etwa 0.5 kn die Ziellinie überquerten. Wir erreichten zwar nur den 5 Platz in unserer Gruppe, freuten uns aber sehr über den 10 Platz in der Gesamtwertung.
Auf dem Weg zum Zielhafen Emionis nutze die Crew die Zeit, um ausgiebig baden zu gehen. Dabei wurde unter anderem das Unterwasserschiff mit Küchenutensilien von Bewuchs befreit und erprobt, ob man ein Boot schneller ziehen oder anschieben kann. Hierbei stellte sich heraus, das tatsächlich ziehen besser funktioniert, mit immerhin 1kn Fahrt! Natürlich kamen wir dann abends wieder bei Dunkelheit im Hafen an und legten uns versehentlich an die falsche Seite der Insel. Zwar war hier das Restaurant mit dem Abendprogramm und unzähligen Gängen in direkter Nähe, doch wurde es hier nachts dank Gewitter und Schwell ungemütlich. Morgens stellten wir dann leider fest, das ein Crewmitglied (Möglicherweise Ich) einen Kugelfender nicht sicher verknotet hatte und dieser nun nicht mehr auffindbar war… Ausgerechnet vor dem heutigen Tag, wo wir in den berüchtigten Hafen von Hydra einlaufen sollten…
Am Mittwoch wurde der Start um mehrere Stunden verschoben. So nutzen wir die Zeit über die Insel zu schlendern, zu einem Kaffee einzukehren und mit Tanzstunden auf dem Steg von unserem Skipper. Schließlich wollten wir nicht nur auf dem Wasser, sondern auch auf dem Dancefloor performen!
Nach langem Warten ging es dann endlich los und wir starten in das erste von zwei Rennen an diesem Tag. Inzwischen wurden wir immer besser in den Starts, sodass wir uns mittlerweile immer recht weit vorne positionieren konnten. Abends wurde es dann nochmal spannend all die Boote mithilfe von Ankern und Heckankern in den winzigen Hafen von Hydra reinzubekommen. Entgegen unserer Sorgen klappte es bei uns jedoch auf Anhieb.

Päckchen im Hafen von Hydra
Am Donnerstag ging es zurück nach Poros. Endlich gab es ordentlichen Wind! Wir starteten bei 18kn in der engen Bucht von Mandraki bei Halbwind. Der Skipper verzettelte sich ein bisschen, sodass wir zwar mit viel Höhe aber dafür etwa 20 Sekunden zu spät die Startlinie überquerten.
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Startlinie (wir in der Mitte)
Auf der Kreuz konnten wir auch diesmal wieder durch guten Trimm überzeugen. Durch ein paar unglücklicher Manöver an der Luvtonne haben wir jedoch einiges an Zeit verloren, was bei der kurzen Wettfahrt stark ins Gewicht fällt. Danach ging es wieder zurück nach Mandraki, wo wir als sechster in unserer Klasse ins Ziel fuhren. Glücklicherweise starteten wir direkt durch zur nächsten Wettfahrt nach Poros. Auch diesmal musste man sich für eine Seite des Kolpos Idras Entscheiden. Da unser kleines Boot sehr stark von den Wellen gebremst wurde entschieden wir uns für das geschütztere Nordufer und nahmen dafür den sehr böigen, ablandigen Wind in Kauf. Die Strategie ging auf. Wir kamen mit den Böen deutlich besser zurecht als unsere Konkurrenz mit den Wellen. Nach der Kreuz waren wir auf dem sechsten Platz insgesamt. Auf dem letzten Halbwindkurs nahm dann, wie die letzten Tage auch, der Wind stark ab und drehte. Diesmal waren wir jedoch gewappnet und hatten rechtzeitig eine Strategie bereit, mit der wir unsere insgesamt beste Platzierung verteidigen konnten. Schließlich fuhren wir wieder mit Schleichfahrt vor Poros ins Ziel.

Schleichfahrt ins Ziel
Dort angekommen stand es jeder Crew frei, direkt nach Alimos zurückzukehren oder in Poros die Nacht zu verbringen. Wir entschieden uns für Poros und traten erst am Freitag die Heimreise an. Eine Crew aus Norwegen hatte uns eine Grotte auf der Insel Aiginas empfohlen. Hier nahmen wir noch einmal die Gelegenheit wahr ausgiebig zu baden, bevor es dann in die Heimatmarina ging, wo abends die Preisverleihung stattfinden sollte.
Abends wurde dann ein großes (nicht Vegetarier geeignetes) Buffet serviert und die Sieger verkündet. Schlussendlich erreichten wir den 4. Platz in unserer Klasse und Platz 14 in der Gesamtwertung. Für Leonards erste Regatta als Skipper eine solide Leistung, die er sicher beim nächsten Mal weiter ausbauen kann. Apropos nächstes Mal, die Anmeldung für den Blue Cup 2026 läuft bereits im Portal. Ein Boot ist schon voll und auf dem Zweiten sind nur noch wenige Plätze verfügbar. Melde Dich also schnell an, wenn Du Interesse an sportlichem Segeln hast, bei dem der Spaß jedoch nie zu kurz kommt!