14. Juni – Genua, Gefriertricks und die bunte Parade.

Während Peter, Leonard und Jens das Boot entgegennahmen, sorgt der Rest der Crew dafür, dass im Supermarkt kein Radler und kein alkoholfreies Bier mehr übrig blieb. Da der Bordkühlschrank seinen Dienst quittiert hatte, improvisierten wir: Eine tragbare Gefrierbox wurde zum Herzstück unserer Kühlstrategie, ergänzt durch eine Eiswürfel-Mission im defekten Kühlschrank. Es funktionierte erstaunlich gut.
Nachdem alles verstaut war, folgte das obligatorische Sicherheitsbriefing – Schwimmwesten klar, Humor an – und dann ging es in die Altstadt von Genua. Passend zum farbenfrohen Start unseres Törns fand dort gerade die ligurische Regenbogenparade statt. Wir ließen uns treiben, fanden ein charmantes Restaurant und ließen den ersten Abend stilvoll bei einem Glas Wein ausklingen.

15. Juni – Theorie, Praxis und eine Reispfanne

Gut gestärkt mit Croissants, Brötchen und Obst starteten wir in den Tag. Nach ein paar letzten Einweisungen hieß es dann: Leinen los! Besonders beeindruckend war die Ausfahrt aus dem Hafen – zwischen riesigen Kreuzfahrtschiffen wirkten wir wie David zwischen mehreren Goliaths. Kaum draußen, setzten wir die Segel, und Jens übernahm den theoretischen Teil zur Spinnakerbedienung. Anhand eines Dummies erklärte er anschaulich die Positionen und Abläufe, bevor wir uns dann tatsächlich an das imposante Tuch wagten.
Am Abend liefen wir in die Marina di Varazze ein. Dort kredenzte uns Chefkoch Adam mit einer wunderbar duftenden Reispfanne – ein würdiger Abschluss für einen lehrreichen Tag auf See.

16. Juni – Rotation und Röstaromen

Nach einem erneut üppigen Frühstück stand wieder Spinnaker-Training auf dem Plan. Das Prinzip des Trainings: Positionen rotieren! Jeder durfte mal alles machen, und das Wissen wurde jeweils vom Vorgänger weitergereicht – Teamarbeit in Reinkultur. Der Wind war moderat, die Stimmung entspannt, das Wasser blau – ein perfekter Segeltag.

In der Marina di Loano wurde es dann handwerklich: Jürgen durfte sich im Klettergurt von Skipper Peter ausprobieren und tauschte erfolgreich die Birne des Decklichts aus. Währenddessen zauberte Leonard in der Kombüse ein vorzügliches Kartoffelgratin mit einer ordentlichen Portion Muskat – ein Highlight für Gaumen und Geruchssinn.

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17. Juni – Surfen und Segeln mit Speed

Um den Tag optimal zu nutzen, legten wir bereits um acht Uhr morgens ab. Das Frühstück fand an Deck statt, bei bester Aussicht und einem frischen Fahrtwind. Pünktlich nach dem letzten Bissen frisch gebackenem Brötchen frischte der Wind auf – 20 Knoten! Nach einem weiteren Positionswechsel mussten wir kurz die Rollfockleine neu einfädeln, bevor wir am eigenen Leib erfuhren, wie viel Kraft der Wind haben kann – und wie schnell das Boot aus dem Kurs läuft, wenn die Kommunikation an Bord hakt.
Später ging es dann bei gutem Wind aufs Surfbrett – oder besser gesagt: auf die Welle mit dem Boot. Wir knackten tatsächlich die 11-Knoten-Marke – ein Hochgefühl für alle. In der Marina di Imperia wurde nach dem Anlegen erstmal gebadet, danach Pizza im „Il Porto“, gefolgt von einem kleinen Abendspaziergang durch die charmante Altstadt.

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18. Juni – Flaute, Fender und Flossen

Wie vorhergesagt: kein Wind weit und breit. Also nutzten wir den Tag für alternative Bordaktivitäten. Statt Segeln stand heute „Fenderreiten“ auf dem Programm – definitiv ein sportlicher Ersatz für Jetski. Außerdem sahen wir Delfine und Marc konnte einen Haken in seiner Lebensliste machen.
Wir ankerten vor Termini und sprangen zur Abkühlung noch einmal ins Meer. Zum Abendessen servierte die Kombüse Wraps – einfach, lecker, effektiv.

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19. Juni – Ankeralarm und Restegourmet

Beim morgendlichen Ankerlichten verabschiedete sich die Ankerkette kurzzeitig von ihrer Führungsrolle und schlug dabei schwungvoll gegen den Bug – ein kurzer Schreck, aber zum Glück ohne größeren Schaden. Es wehte wieder ein laues Lüftchen, und so konnten wir unser Segeltraining fortsetzen – ganz gemütlich, mit Monaco an Steuerbord.
In der Bucht von Cap Ferrat gingen wir erneut baden – diesmal mit Fischbegleitung. Abends wurde aus den letzten Vorräten ein wahres Gourmetgericht gezaubert: Pasta mit Feta-Knoblauch-Paprika-Soße. Resteverwertung auf Sterneniveau!


20. Juni – Spachteln, Schwäne und Sundowner

Der letzte Segeltag begrüßte uns mit einer leichten Brise – ideal, um die verbleibenden beiden Spinnaker auszuprobieren. Nach einem letzten großen Positionswechsel hieß es dann „Einlaufen in Antibes“.
Nach Aperol Spritz wurde vom Dinghi aus am Bug gespachtelt und gefeilt. Währenddessen erlebten Leonard und Adam eine eher tierische Überraschung: Zwei Schwäne attackierten Hand und Badehose.
Am Abend schlenderten wir durch die Altstadt von Antibes und fanden ein lebendiges Plätzchen, wo wir uns das Tagesmenü schmecken ließen. Unsere beiden jüngsten Crewmitglieder wagten sich danach noch ins Nachtleben.

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21. Juni – Aufklaren und Abschied

Der letzte Morgen an Bord begann mit weiteren Spachtelarbeiten und einem ausgiebigen Großputz. Gegen 13 Uhr hieß es dann endgültig: „Leinen los Richtung Heimat“. Mit dem Auto durch Frankreich, im Gepäck Erinnerungen an eine Woche voller Sonne, Segel, Salzwasser und ziemlich guter Stimmung.
 

Datum: 14.06.25 - 21.06.25
Revier: Ligurisches Meer
Skipper: Peter Nagel + Jens Witteler
Boot: askew
Crewstärke: 7
Starthafen: Genua
Zielhafen: Antibes
Projektleiter: Peter Nagel
Bericht: Jürgen Köninger