Warum denn ein Bericht zu einem Privattörn? Aus Liebe zur Destination Cote d'Azure, deren Märkten, alten Grandhotels und Mischung von französischer und italienischer Küche: Vielleicht dient es jemandem zur Orientierung beim Nachsegeln.

Skipper Roman mit Crew Alex, Anna, Dietmar und Nora wollten diesen Küstenabschnitt nach KTörn Leg2/2024 nochmals bereisen. Caro kam noch mit dazu und lernte dabei askew kennen. Neben Segeln war intensives Marktshopping, Kochen und Städte erkunden auf dem Programm. Die Route führte von Cannes über das Cap d'Antibes nach Nizza, Menton und San Remo.

In Cannes landen wir mitten im Filmfestival. Die Filmstars können von Hochsitzen im Leiterwald gegenüber des roten Teppichs beobachtet werden. Eine seltsame Spezies, die von Blitzgewittern angezogen wird, die verbotenen Schleppen von breitreifigen Fahrzeugen überrollen lässt und ständig zurück statt nach vorne beim Treppensteigen blickt. Die viele Betreuung („Bitte weitergehen“) scheint angemessen zu sein.

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Das bunte Treiben von Kreativen und Reichen sollte uns nicht vom Kern der Mission ablenken. Cannes hat eine wunderbare Markthalle mit Fischhändlern, die Scheiben vom Baracuda absäbeln, reich gefüllte Austernkörbe, Zucchiniblüten, schön aufgereite Gewürzburgen und dicke Lagen frische Küchenkräuter. All das ist begleitet von der Gefahr, den Hunger einer ganzen Woche zu überschätzen und den Stauraum zu überfordern. Da kommt die Bucht am Cap d'Antibes gerade recht, um den ersten Schwung zu verkochen, etwas zu schwimmen und den Blick auf die schneeverhangenen Seealpen über Nizza zu genießen.

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Ockerfarbene Fassaden, pistanzienfarbene Fensterläden, bunte Fischboote, zentral und doch beschaulich. Schön zurück in Nizza Vieux Port zu sein. Hier geht es unaufgeregt zu, kein Schicki-Micki, keine Event-Marina. Für große Yachten ist glücklicherweise nur begrenzt Platz. Bester Kontrast zu Monacco: Mit Blick aufs Casino von Monte Carlo erkennt man den alten Charme, der durch das viele Geld verbaut wurde. Es ist Formel 1, deshalb bleibt es für uns bei der Hafenrundfahrt und wir nehmen Kurs auf Menton.

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Menton war früher Überwinterungsort reicher Briten und Adliger aus ganz Europa. Die vielen Grandhotels sind inzwischen in Apartments umgewandelt. Geblieben ist beispielsweise ein botanischer Garten mit exotischen Pflanzen aus der ganzen Welt. Auf der Terrasse der herrschaftlichen Villa nehmen wir Earl Grey aus Pappbechern ein, 1,50€ mit unbezahlbarem Meerblick. Neben reizvollen Gassen gibt es die gut sortierte Markthalle, deren Angebot wir gerne nochmals wahrnehmen. Badestrand und Supermarkt an der Marina machen den Aufenthalt ebenso erfreulich, wie die günstigen Liegegebühren.

In San Remo schließlich machen wir uns auf die Rückreise über das Jura (Abendessen und Käse kaufen!) nach Karlsruhe.

Datum: 17.05.25 - 24.05.25
Revier: Cote d Azur
Skipper: Roman Ritter
Boot: askew
Crewstärke: 6
Starthafen: Cannes
Zielhafen: San Remo
Zurückgelegte Seemeilen: 74
Bericht: Alexander Dickschen