Auch in diesem Jahr fand an Pfingsten wieder die Jugendeuro der Korsare statt. Dieses Mal ging es nach Berlin an den Wannsee in den SC Ahoi. Im Laufe der Regatta ergaben sich für den ein oder anderen Korsar einige Challenges:

Challenge 1: Ausschreibung / Segelanweisung aufmerksam lesen

Nachdem wir am Freitagmittag nach Berlin losgefahren sind, kamen wir nach einer ruhigen, aber auch langen Fahrt am Freitag spätabends an. Schnell bauten wir noch unser Zelt auf und gesellten uns dann zu den anderen Teams. Wir beschlossen das Boot erst am nächsten Morgen aufzubauen und den Abend lieber mit den anderen ausklingen zu lassen. Überrascht stellten wir fest, dass im Laufe der Nacht noch zahlreiche weitere Korsare ankamen, welche zuvor zum Teil lange im Stau steckten. Früh am Samstag brach bei manchen Teams bereits geschäftiges Treiben aus und auch wir begannen schon um 7 Uhr mit dem Aufbau unseres Bootes Milou. Andere Teams starteten den Tag dagegen sehr viel ruhiger und so waren nach dem Frühstück noch einige Boote immer noch auf dem Straßentrailer. Das Besondere an dieser Regatta: Die Steuerleutebesprechung fand am Samstag schon um 9:30 Uhr statt und damit mehrere Stunden früher als bei Korsarregatten üblich (normalerweise ist diese um die Mittagszeit). Nicht wenige Teams erfuhren dies aber erst am Freitagabend oder sogar am Samstagmorgen. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Wenn man die Segelanweisung aufmerksam gelesen hatte, sollte man sich nun die
wichtigsten Punkte am besten auch noch merken, zum Beispiel wie die verschiedenen Kurse benannt sind. Dies könnte später nochmal wichtig werden.

Flaute am See: Basteln oder Party

Leider / glücklicherweise (je nach Team) gab es am Samstag aber gar keinen Wind und so ging es an dem Tag auch nicht auf das Wasser. Dafür konnten alle Boote in Ruhe noch fertig aufgebaut werden. Aber Flaute bedeutet bei den Korsaren keineswegs Langeweile. Da es absehbar war, dass wir auch nicht aufs Wasser gehen werden, wurden an einigen Booten noch verschiedene Optimierungen durchgeführt. Auch wir schraubten fleißig an unserem Boot. Es wurden die Ausreitgurte gewechselt, ein neues Pinnenauslegergelenk verbaut und Leinen gewechselt. Wer mit dem Zustand seines Bootes zufrieden war, spielte Spike Ball oder Volleyball, quatschte mit den anderen oder entspannte einfach am See. Am Abend gingen wir dann gemeinsam nach Berlin in die Stadt zum Karneval der Kulturen, einem Stadtfestival. Dort gab es auf verschiedenen Stages die unterschiedlichste Musik und das Gelände war so voll, dass das Handynetz an seiner Belastungsgrenze arbeitete. Also hieß es die eigene Gruppe möglichst nicht verlieren. Später am Abend zogen wir noch durch die Stadt. Ein Teil der Gruppe fand einen Biergarten, eine coole Location die aber mehr Club als Biergarten war. Andere wollten sich noch mehr von der Stadt anschauen und so standen wir nachts um 11 vor dem Brandenburger Tor.

Challenge 2: Startrevier finden

Am Sonntag sollte es Wind geben, daher war der erste Start für 10 Uhr geplant. Nach einer kürzeren Nacht und einem schnellen Frühstück waren wir sogar das erste Boot auf dem Wasser. Wie in der Steuerleutebesprechung gesagt segelten wir mal „da rüber“ und fanden schnell einige Tonnen, ein blaues Startschiff und sehr schönen Wind.

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Das wäre unser Schiff gewesen

Ein Korsar folgte uns und so segelten wir schonmal unseren Kurs ab und erforschten die Böen und Landeffekte auf der Regattabahn. Wir waren aber dennoch irritiert, dass wir so allein segelten, schoben dies aber zunächst auf unser sehr frühes aufbrechen und die spannende Sliprampe. Als dann aber Optis zu unserer Regattabahn fuhren, wusste wir, wir sind falsch und wir fuhren unter Vollzeug zurück und fanden unser Feld. Erschreckt mussten wir feststellen, dass diese auch schon einen Start gefahren waren und wir somit die erste Wettfahrt leider verpasst hatten. Wir fuhren dann aber dennoch eine Runde als Training mit.

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Erster Start, nur leider 5 Minuten zu spät

Challenge 3: Regattakurs finden

Bei der zweiten Wettfahrt waren wir nun pünktlich, nach einem super Start waren wir auf der ersten Kreuz auf Platz 4 oder 5.

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Eindrücke vom Start

Als wir uns dem Ende der Kreuz näherten, stellte sich die Frage, welches unsere Tonne sei. Vor uns lagen zwei Paare an große orange Tonnen, aber welches paar gehört nun zu unserem Kurs? Später stellte sich heraus, dass das andere Paar, das Leegate der Optis war. Das zweitplatzierte Boot fuhr zu den zweiten (falschen) Tonnen, weite Teile des Feldes hinterher. Plötzlich kam von hinten gerufen, dass das die falsche Tonne sei, daraufhin legte das gesamte Feld um und fuhr zu unserer Tonne, leider sind wir dadurch aber weit über Layline (Anleger zur Tonne) hinausgefahren, sodass wir sogar deutlich abfallen mussten. Dadurch sind wir einige Plätze nach hinten gefallen und beendeten diese Wettfahrt mit einem 10. Platz.

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Schöne große orangene Tonnen, nur leider nicht so eindeutig

Nachdem wir nun unser Startrevier und unsere Tonnen kannten, starteten wir voll durch.

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Warten zwischen den Wettfahrten

In der dritten Wettfahrt des Tages konnten wir unsere gute Startplatzierung die Wettfahrt über verteidigen und beendeten den Lauf mit einem 6. Platz, in der vierten und letzten Wettfahrt des Tages wurden wir nach einem erbitterten Kampf auf dem letzten Downwind bis ins Ziel leider nur 8.

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Downwind unter Spi

Zwischenergebnis des Tages: Platz 10 von 14, Rückstand auf den 9. Platz 2 Punkt;

Somit war unser Ziel für den nächsten Tag klar, zwei Plätze besser sein als das Team vor uns. Es stellte sich heraus, das die Optis in unserem eigentlichen Startrevier fälschlicherweise unterwegs waren. Eigentlich waren also nicht wir falsch, sondern alle anderen. Damit kann man aber nur leider keine Regatta gewinnen, daher empfiehlt es sich, das Feld immer im Auge zu behalten und sich im Zweifel lieber in Richtung Feld zu orientieren. Faustregel (sowohl vor als auch während der Wettfahrt): Wenn du das äußerste Boot bist, wende mal lieber wieder zurück. Am Abend gab es wieder viel Party, diesmal bei uns am See. Es wurde Flunkyball oder Karten gespielt, später wurde gemeinsam gesungen.

Letzter Wettfahrttag

Am Montag war wieder weniger Wind, aber wir wollten dennoch versuchen, einen Lauf noch zu fahren. Nach einem guten Start fanden wir uns auf einmal sehr schnell auf Position 1 wieder. Jetzt hieß es nur keinen Fehler machen und den Platz verteidigen.

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Kreuz unter sehr wenig Wind

Bei leichten Winden konnten wir diesen Platz um die Luvtonne und auch den gesamten Spikurs halten.

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Tonnenmanöver auf Platz 1

Und auch weite Teile der zweiten Kreuz führten wir das Feld an. Leider flaute der Wind immer weiter ab und schlief kurz vor der Luvtonne komplett ein, kurz zuvor wurden wir von dem ersten Boot überholt. Die Wettfahrtleitung beschloss Bahnabkürzung und das Ziel lag zum Greifen nahe an der Luvtonne. Aber ohne Wind kamen wir nur nicht voran. Das gesamte Feld trieb unter großem Protest ca. 200 m vor dem Ziel in der Flaute und als der Wind wieder aufkam, kam er natürlich aus einer anderen Richtung, sodass wir bis auf den 7. Platz zurückfielen. Die Zieleinläufe wurden dann auch zu Fotofinish, 8 Boote trieben mehr oder weniger gleichzeitig über die Ziellinie. Aber wir schafften unser selbst gestecktes Ziel und konnten auf den 9. Platz in der Gesamtwertung aufsteigen. Ohne Wind wurden wir danach in einem riesigen Schleppverband in den Hafen gezogen.
Wieder im Hafen angekommen entschuldigte sich der Wettfahrtleiter für den Lauf. Seine Argumentation: Sobald das erste Boot durch das Ziel gefahren sei, dürfe man einen Lauf nicht mehr abbrechen. Diese Regel wurde im neuen Regelwerk aber geändert und der Lauf hätte abgebrochen werden dürfen. Nach der Siegerehrung fuhren die meisten Teams gleich nach Hause. Wir und noch ein anderes Boot wollten aber noch eine Nacht in Berlin bleiben und am Dienstagmorgen fahren. Dafür bekamen wir am Montagabend mit dem Kutter eine Führung um die Insel, dabei lernten wir sehr viel über die Geschichten der Insel. Alles in allem war es eine superschöne Regatta, in der wir sehr viel erlebt haben. Wir freuen uns schon auf die nächste Jugendeuro, dann am Brombachsee.

Datum: 23.05.26 - 25.05.26
Revier: Wannsee
Boot: Korsar
Crewstärke: 2
Studentische Teilnehmer: 2
Typ: Up & Down
Beste ASK-Platzierung: 9
Bericht: Benedikt Müller